Brauiturm

Burgdorf und seine Brauereien

 

Das heutige Burgdorfer Bier ist eine Fortsetzung der langen Geschichte der Burgdorfer Brauereien.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde Burgdorf als idealer Standort mit gutem Quellwasser und Lagerkeller in den Standsteinfelsen entdeckt.

Grimmsche Brauerei, Brauerei Christen im Städtchen und dieLochbachbrauerei beim damaligen Bad Lochbach sind die bekanntesten Namen.

Die Besitzerfamilie der Lochbachbrauerei, die Familie Schnell, war eine der reichsten Familien in Burgdorf und einer der grössten Landbesitzer in und um Burgdorf.

 

Im April 1870 teilte das Handelshaus „Joh. Jac. Schnell" in Burgdorf mit, dass der Teilhaber Franz Schnell finanzielle Mittel aus dem väterlichen Geschäft abziehen wolle, um im Steinhof eine Brauerei zu erstellen.

1871 liess der Franz Schnell für 1,5 Millionen Franken das Betriebsgebäude mit den zwei markanten Türmen und gewölbten Sandsteinkeller in nur einem Jahr bauen. Die Bausumme war zu jener Zeit enorm hoch. 1888 verschuldete sich Schnell mit über 2,5 Mio Franken, er wurde unter Vormundschaft gestellt. Kurz darauf verstarb er als 50-jähriger Mann. 

 

Die Brauerei ging 1895 in die Nachlassstundung. Die Nachfolger brauten weiter. In dieser Blütezeit wurde dann über 40 000 Hektoliter Bier pro Jahr unter dem Namen „Löwenbräu Burgdorf – Steinhof" gebraut. Der grösste Teil dieser Produktion ging in den Export. In der Krisenzeit nach dem 1. Weltkrieg wurde 1921 der Betrieb eingestellt. Die Brauerei Feldschlösschen, Rheinfelden übernahm die Kunden und einen Teil des Personals.

 

Der Brauiturm steht nun unter Heimatschutz. Nachweisbar ist der Brauiturm das erste Industrielogo der Schweiz. Deshalb wurde der Turm nicht abgebrochen und für die Nachwelt sorgfältig renoviert. In den Turm wurden Eigentumswohnungen eingebaut und er ist in die moderne Steinhof-Überbauung integriert.

 

Die beiden Brauitürme sind im der markanteste Punkt im Steinhofquartier. Der Quartierverein hat ihn deshalb in sein Logo übernommen. Die beiden Türme mit den drei Bogen, welche die Gär- und Lagerkeller symbolisieren.

 

Quelle: Burgdorfer Biergeschichten 1750 bis 1920, Autorin Trudi Aeschlimann